27.11.2013

Austausch im Wandel

Fachdelegationen aus China

Köln. Weltweit nehmen jährlich rund 50.000 bis 60.000 Fach- und Führungskräfte aus China an Fortbildungen in Europa teil. Deutschland und Frankreich sind dabei ihre Hauptziele. Inhaltlich spielen neben branchenspezifischen Fachprogrammen zunehmend Managementthemen eine Rolle.


„Die Qualitätsansprüche der Partnerorganisationen und Teilnehmer aus China sind im Vergleich zu früher deutlich gestiegen“, erklärt Dr. Jiahua Yuan, Chinaexperte und Projektleiter für chinesische Fachdelegationen bei den Carl Duisberg Centren in Köln. Gefragte Inhalte seien heute, zusätzlich zu den branchenbezogenen Themen, etwa Unternehmensführung und Personalentwicklung, Finanzmanagement, Changemanagement, Umweltschutz und Nachhaltigkeit sowie Energieeffizienz in Unternehmen. Die Teilnehmer kommen nicht mehr nur aus den großen Staatsbetrieben, sondern vermehrt auch aus klein- und mittelständischen Unternehmen, deren Anzahl in China rasant zunimmt. Sie suchen dabei auch oft Geschäftskontakte zu den deutschen Unternehmen.


Qualität der Programme ist gestiegen
Die Fachdelegationsreisen sind auf ein Land konzentriert und dauern durchschnittlich drei Wochen. Dabei wechseln sich Exkursionen und Seminartage ab. In Deutschland werden landesweit ausgesuchte Unternehmen besucht, die mit besonderen Schwerpunkten hervorstechen. So haben manche Firmen Auszeichnungen wie etwa Preise für Nachhaltigkeit oder Umweltschutz erworben.


Deutschland hoch im Kurs
Neben den Fachthemen spielt natürlich auch das Kennenlernen des anderen Kulturkreises eine große Rolle. „Deutschland genießt bei den Chinesen ein hohes Ansehen. Sie sind beeindruckt von der Ordnung und der guten Luft“, so Yuan. Grundsätzlich seien die Chinesen sehr aufgeschlossen und offen für die deutsche Kultur. Nur das Essen schmecke ihnen nicht und sei zu eintönig.


Feinheiten im interkulturellen Austausch
Wichtig im Umgang mit den chinesischen Gästen ist vor allem bei den Unternehmensbesuchen, genügend Zeit für Diskussionen und Austausch einzuplanen. Da vor dem Auslandsbesuch kein interkulturelles Training für die Besucher stattfindet, gibt es zu Anfang manchmal Eingewöhnungs- beziehungsweise Anpassungsschwierigkeiten. Die Besucher sind oft hochrangig und werden schnell in ihren Erwartungen enttäuscht. So zum Beispiel, wenn sie nicht schon am Bus persönlich abgeholt werden.


Voneinander profitieren
Während sich die chinesische Seite einen intensiven Austausch und Aufbau von Wirtschaftsbeziehungen wünscht, gibt es bei deutschen Unternehmen oft Vorbehalte. Hartnäckig hält sich das Vorurteil, dass Chinesen fachliches Know-How klauen und kopieren. Wenn kein Geschäft zu erwarten ist, wird deshalb hierzulande auch kein Besuch empfangen − aus Angst vor Konkurrenz. „Dabei übersehen die Firmen, dass sie über den Austausch den Einstieg auf dem chinesischen Markt ebnen, Kooperationspartner finden sowie andere Sichtweisen kennenlernen können“, bedauert Yuan die Einstellung der Unternehmen. Allerdings ist zu erkennen, dass sich mittelständische Unternehmen zunehmend offener gegenüber China zeigen. Schließlich können durch den Kontakt gemeinsame Ziele und Geschäftsbeziehungen entstehen. Zudem gilt: Die Chinesen lernen nicht nur von den Deutschen, sondern auch umgekehrt.

Chinesische Fachdelegation zu Gast bei der Firma Krückemeyer in Siegen


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