18.06.2015

Amerika - so vertraut und doch so anders …

Fünf Tipps für einen gelungenen Schüleraustausch

Köln. Für die diesjährigen Austauschschüler steht im Spätsommer die Ausreise bevor – die meisten von ihnen zieht es nach Amerika. Höchste Zeit, sich mit den Sitten und Gebräuchen ihres Gastlandes USA oder Kanada vertraut zu machen. Viele deutsche Jugendliche kennen die amerikanische Lebensart aus Kinofilmen und Fernsehen. Und doch ist „vor Ort“ so manches ganz anders als erwartet. Damit der Einstieg gut gelingt, helfen ein paar Verhaltenstipps zu den wichtigsten kulturellen Unterschieden. Tasja Frenzel, Leiterin der Internationalen Schulprogramme bei den Carl Duisberg Centren, rät:

Schnelle Kontaktaufnahme – schnelle Freunde?
Amerikaner sind generell kontaktfreudiger und offener als Deutsche und gerade an kleinen Schulen ist das Interesse an Austauschschülern sehr groß. Dadurch entsteht oft der Eindruck, dass sich dort schneller Freunde gewinnen lassen als in Deutschland. Aber nicht wundern, wenn begeisterte Mitschüler am nächsten Tag wenig Interesse zeigen. Auch in Amerika entstehen enge Freundschaften nicht von heute auf morgen: Gut Ding braucht auch dort Weile.
 
Cliquenbildung unter Austauschschülern vermeiden
Austauschschüler sollten sich nicht nur untereinander anfreunden. Sonst entsteht bei den amerikanischen Mitschülern schnell der Eindruck, man wolle unter sich bleiben will und habe kein Interesse am Kennenlernen.  Daher Kontakt zu einheimischen Schülern suchen und zu viel Deutsch sprechen untereinander vermeiden – das ist unhöflich und verunsichert.

Vom guten Umgang mit Kritik
Amerikaner kritisieren wenig. Sie empfinden offene Kritik als verletzend - diese sollte daher sehr vorsichtig und „gut verpackt“ ausgesprochen werden: Viele positive Aspekte hervorheben, milde formulierte Kritik einfließen lassen und das Gespräch positiv beenden. Ein direktes „Nein“ lieber vermeiden. Gerade zu Beginn des Aufenthalts empfiehlt sich ein sehr vorsichtig im Umgang mit Kritik, um es sich nicht direkt mit der Gastfamilie zu verscherzen.

Was Eltern sagen, ist Gesetz!
Im amerikanischen Familienleben gelten strengere Regeln als bei deutschen Eltern. Freunde werden zuerst den Eltern vorgestellt, Ausgehzeiten sind häufig kürzer als in Deutschland, Regeln werden nicht ausdiskutiert, sondern akzeptiert, Übernachtungen bei einem Partner sind nicht erlaubt - einheimische ebenso wie  ausländische Jugendliche müssen diese unbedingt einhalten, sonst drohen Konsequenzen wie Ausgehverbot.

Realistische Erwartungen
Austauschschüler sind neue Familienmitglieder auf Zeit. Sie können nicht von ihrer Gastfamilie erwarten, dass diese ihren Alltag für die gesamte Dauer des Aufenthalts umkrempeln. Wenn die Familienmitglieder „Couch-Potatoes“ sind, werden sie es, vielleicht nach anfänglichen anderweitigen Bemühungen, auch bleiben.

Weitere Informationen: www.carl-duisberg-schueleraustausch.de.

 

Ausführliche Version mit elf Tipps von Tasja Frenzel, Leiterin der internationalen Schulprogramme bei den Carl Duisberg Centren, zum Herunterladen (pdf-Version): http://goo.gl/stg6V8


Anhang

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