05.10.2016

Think positive

Erfolgreiche Geschäftsbeziehungen mit den USA

Köln. Am 8. November wählen die USA einen neuen Präsidenten. Laut Auswärtigem Amt ist das drittgrößte Land der Erde aktuell der wichtigste Handelspartner Deutschlands. Die beiden westlichen Kulturen verbindet eine lange Freundschaft – und eigentlich sind sie nicht so unterschiedlich. Diese Aussage hört Nancy Rienow oft gefolgt von der Frage, warum es dann mit dem Geschäft nicht klappt. Hier gibt die interkulturelle Trainerin der Carl Duisberg Centren Tipps für mehr Erfolg in der transatlantischen Zusammenarbeit:

Aus Alt mach Neu
Fortschritt und Veränderung sind bei vielen US-Amerikanern gerne gesehen und werden positiv bewertet. Neue Ideen können viele Türen öffnen und bessere Ergebnisse erzielen. Bewährte Lösungen haben daher im Land der unbegrenzten Möglichkeiten nicht denselben Stellenwert wie in Deutschland. Und warum? Die ersten Einwanderer mussten innovativ sein, um überleben zu können. Und neue Ansätze und Anregungen haben viele US-Amerikaner weit gebracht. Überzeugen Sie Ihre US-amerikanischen Kontakte von bewährten Lösungen, indem Sie deren Vorteile darstellen. Zeigen Sie sich aber gleichzeitig offen für neue Ideen.

Fehler sind der beste Lehrer
„If at first you don’t succeed, try, try again!“ Diesen Spruch lernt jeder US-Amerikaner in der Kindheit. Denn eine wichtige Basis für die Entwicklung neuer Ideen ist die richtige Einstellung: Fehler sind erlaubt! Eine detaillierte Projektplanung, die mögliche Problemfelder berücksichtigt und entsprechende Lösungsansätze beinhaltet, erscheint vielen US-Amerikanern als reine Zeitverschwendung. Flexibilität ist wichtig und Fehler können passieren. Schließlich lernt man daraus! Sprechen Sie nur wichtige Stolpersteine in einem Projekt an, ohne jedes Detail vorzugeben.

Selbstständig, aber bitte im Team
„Vergessen Sie nie, dass Sie nicht nur das Recht haben, ein Individuum zu sein, sondern auch die Verpflichtung dazu!“ mahnte Eleanor Roosevelt, ehemalige First Lady der Vereinigten Staaten, alle US-Bürger. Selbstständigkeit, Selbstverantwortung, Selbstbestimmung sind Wörter, die die Wichtigkeit der individuellen, persönlichen Identität der US-Amerikaner unterstreichen. Wenn Sie ein Team von US-Amerikanern führen müssen, sollte jedes Mitglied seinen eigenen Verantwortungsbereich haben. Soll ein bestimmtes Ziel erreicht werden, wirkt ein freundschaftlicher Wettkampf oft sehr motivierend. Individualismus und Teamgeist stehen dabei jedoch nicht im Widerspruch. Schon in der High School heißt die Devise: „Gemeinsam ans Ziel“. Die Anerkennung der Leistungen aller Teammitglieder steht dabei im Vordergrund – Neid ist kein Thema.

Ohne Fleiß kein Preis
Wichtig für die persönliche Identität der US-Amerikaner ist das Erfolgserlebnis. Wer hart und gut arbeitet, hat ein positives Ansehen. Bequemlichkeit dagegen ist gleichbedeutend mit einem Mangel an Selbstdisziplin  – dies gilt im Job ebenso wie in der Freizeit. Zeigen Sie Ihren US-amerikanischen Partnern oder Kollegen Anerkennung für ihre Leistungen, indem Sie authentisches Lob aussprechen – auch für normale Aufgaben. Und erlauben Sie ihnen die Freiheit, nicht nur Erfolg zu haben, sondern auch Fehler zu machen.

Anpacken statt philosophieren
Im Geschäftsleben betrachten US-Amerikaner Projekte mit viel Optimismus. Für deren erfolgreichen Verlauf steht nicht die Suche nach dem Problem, sondern die Frage „Was können wir tun?“ im Vordergrund. Konkrete und praktische Lösungen sind gefragt. Theoretische Überlegungen oder abstrakte Fragestellungen nehmen viel Zeit in Anspruch und gelten als uneffektiv. Wenn Sie ein Problem haben, betrachten Sie zunächst den Einzelfall, statt auf Bewährtes und Allgemeines zu pochen.

Gut verpackt ist halb gewonnen
US-Amerikaner werden von den meisten Kulturen der Welt als sehr direkt in ihrem Kommunikationsstil betrachtet, ähnlich wie Deutsche. Bei der Äußerung von Kritik und dem Zuweisen von Aufgaben sind sie jedoch um ein Vielfaches zurückhaltender. Die deutsche Direktheit in dieser Hinsicht vermittelt vielen US-Amerikanern den Eindruck, Deutsche seien eigensinnige, schroffe und brüske Besserwisser. Verpacken Sie daher Kritik, indem Sie sie mit positiven Themen oder Lob einläuten und abschließen. Verwenden Sie Wörter wie „unfortunately“ oder „it seems that“ und vermeiden Sie das Wort „you“. „There seems to be a mistake“ klingt daher besser als „you made a mistake“.

Harmonie ist Trumpf
Ein harmonisches Arbeitsumfeld mit angenehmem sozialen Umgang ist für das Selbstbild und die Wertschätzung vieler US-Amerikaner notwendig. Freundlichkeit ist Trumpf und Small Talk ein Muss für die gute Beziehung unter Kollegen und Partnern. Heftige und laute Diskussionen, wie sie in deutschen Büros durchaus üblich sind, können von US-Amerikanern als zu ernst oder zu kämpferisch empfunden werden. Nehmen Sie sich immer die Zeit für einen freundschaftlichen Austausch, bevor Sie zum eigentlichen Thema kommen – auch wenn es oberflächlich klingt.

Nähe lohnt sich
Offenheit, Kontaktfreudigkeit, Geselligkeit und ein gesundes Interesse daran, neue Leute kennenzulernen – diese Eigenschaften haben bei US-Amerikanern einen hohen Stellenwert. Die Freizeit verbringt man durchaus mit Arbeitskollegen, die als „friends“ bezeichnet werden. Aus deutscher Sicht spricht man eher von „Bekannten“, seltener von „Freunden“ – je nach Intensität der Beziehung. Erlauben Sie Ihren Kollegen einen Blick in Ihr Privatleben und nehmen Sie das englische Wort „Freund“ nicht zu ernst. Genießen Sie die entspannte Geselligkeit. Es macht die Arbeit angenehmer, wenn man sich öffnet, bedeutet aber nicht automatisch eine freundschaftliche Verpflichtung wie in Deutschland.

Versteckte Hierarchie
US-Amerikaner tendieren dazu, im Geschäftsleben sehr locker und freundschaftlich zu wirken. Vorgesetzte werden mit ihren Vornamen angesprochen und Schriftverkehr ist meistens sehr offen und entspannt. Auch zum Chef pflegt man freundschaftlichen Kontakt. Wenn es notwendig und effizienter ist, wird der „Dienstweg“ übersprungen, um mit der wichtigen Person zu sprechen. Unterschätzen Sie aber nicht den Rang des US-amerikanischen Chefs! Hierarchie zeigt sich meistens in kritischen Situationen oder in Konflikten – spätestens dann wird der Chef zum Chef. Das amerikanische Business unterliegt ähnlich strengen Regeln wie das deutsche, vielleicht sogar strengeren – sie sind nur weniger offensichtlich.



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