







Großbritannien - Warminster Schülersprachreisen
Sabrina genoss zwei Wochen im Summercamp in Warminster
Meine Zeit in Warminster war sicherlich ein Erlebnis, an das ich mich noch lange erinnern werde-und zwar als eine Bestätigung, dass England- für mich ganz persönlich- ein Land ist, in dem das Alte ganz fest mit dem Neuen verbunden ist. Wo es wirklich noch diese Orte gibt, die eigentlich aus längst vergangenen Zeiten stammen, und in ihrer ganzen Postkartenidylle so gar nichts beispielsweise mit dem 70er-Jahre Bau zu tun haben, der meine Schule ist, in welcher ich gegen Ende des Jahres oft saß und bereits an meine 2 Wochen in England dachte. Vielleicht war auch meine Leidenschaft für das „Alte“, vielleicht besser ausgedrückt „das Geschichtsträchtige“ gerade der Grund, warum ich mich ausgerechnet für Warminster entschied, da mir das Schulgebäude und der altertümliche Charme der von diesem und auch der Stadt ausging, auf Anhieb gefiel. Ich habe tatsächlich ein Foto geschossen, dass das charakteristische Gebäude von Warminster School (in dem sich allerdings leider nur die Verwaltung befindet, keine Schulräume) im Sonnenuntergang zeigt, und von dem ich nachher überrascht war, dass es genauso in einem Reisekatalog hätte gedruckt werden können - und zwar nicht aufgrund meiner fotografischen Fähigkeiten, sondern schlicht wegen des Motivs. Doch zurück zum Anfang.
Der Flug nach London Heathrow war sehr entspannt, und auch der Flughafentransfer hat gut funktioniert, sofort war die Frau gefunden, die das Warminster-Schild hochhielt. In Warminster angekommen wurde zunächst das Zimmer bezogen, ich hatte ein Einzelzimmer, da ich im Schnitt zu den Ältesten gehörte und diesen die Einzelzimmer zugeteilt wurden. Trotzdem habe ich mich nicht alleine gefühlt, denn auf dem Gang waren immer Leute und meistens saß man sowieso bis spät abends irgendwo zusammen.
Dadurch, dass ich anstatt einer sportlichen Nachmittagsaktivität „Summer Study“ gewählt hatte, bot sich mir die Möglichkeit Schulfächer wie Biologie, Geschichte, Kunst etc. in Englisch kennenzulernen. Durch die große Vielfalt war der Unterricht sehr spannend, was auch zu großem Teil an den großartigen Lehren lag. Unser „Drama & English Lit. teacher“ Sam z.B. hat wirklich dafür gesorgt, dass wir aus uns herausgingen, und ehe wir uns versahen liefen wir auch schon als „Doctor Evil“ oder überanstrengte Hausfrau über den Rasen (ja, entgegen der allgemein gängigen Vorstellung von Dauerregen hatten wir die meiste Zeit schönes Wetter) oder dachten uns in Kleingruppen kleine Charakterstudien aus, die wir im Anschluss der gesamten summer study Gruppe vorführten. (dass wir dabei insgesamt nur ca. 10 Leute waren, half bei der Verbesserung der eigenen Fähigkeiten ungemein, so konnte sich keiner davor drücken zu partizipieren). Nach einer gewissen Zeit waren sämtliche vor Beginn gehegte Bedenken, dass ich mich womöglich nicht trauen würde, Englisch zu sprechen, komplett vergessen, und man redete einfach drauflos, ohne sich vorher im Kopf zurechtzulegen, was man sagen möchte.
Leider waren zu dem Zeitpunkt, zu dem ich in Warminster war, relativ viele Deutsche zugegen, was daran lag, dass der Rest Europas in der Regel früher Ferien bekommt und im August oftmals in vielen Ländern schon wieder die Schule beginnt. So gab es manchmal kleine Gruppen, die nur mit derselben Nationalität Kontakt hatten. Wenn man jedoch entschlossen war, so wie ich, auf die anderen Leute zuzugehen, konnte man sehr schnell auch Kontakte zu den anderen Schülern knüpfen – und so habe ich neue Freunde gefunden zu denen ich heute noch Kontakt habe; wir haben uns versprochen uns irgendwann noch einmal alle in England zu treffen.
Eine kleine Anmerkung zur Verbesserung – was jedoch eher die Partnerschulen vor Ort betrifft, weniger CDC: Die älteren Schüler zwischen 16 und 17 hätten sich ein wenig mehr Freiheiten gewünscht. Vielleicht könnte man in Zukunft mehr zwischen den unter 16-jährigen und den Älteren unterscheiden, denn man war schon sehr stark an die staff-Mitglieder gebunden, weil man sich oft ohne deren Begleitung nicht frei bewegen konnte.
Was die Ausflüge betrifft, haben mir besonders die Städtebesuche gefallen (Cardiff und London), wobei der Besuch in London für mich persönlich viel zu kurz war. Viel lieber hätte ich noch Stunden Zeit gehabt, um doch wenigstens noch ein kleines bisschen tiefer in die Stadt einzutauchen – ich ziehe es für den Sommer 2011 deshalb in Erwägung eine Sprachreise nach London direkt zu unternehmen… oder nach Schottland? Oder nach Wales? Es gibt leider viel zu viele Orte in Großbritannien die ich noch nicht gesehen habe, aber unbedingt noch sehen möchte - da wären wir mal wieder bei dem Phänomen der Qual der Wahl...
Ich kann es abschließend nur jedem empfehlen eine Sprachreise nach England zu unternehmen, es war eine sehr schöne Zeit, und ich hatte danach viel mehr Selbstvertrauen, was das freie Sprechen angeht, was mir dann auch im Unterricht geholfen hat.
Sabrina Jost, 17 J.



















